Brazilian Jiu-Jitsu/Luta Livre

Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) ist ein, Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie Gracie in Brasilien aus dem japanischen Judo und Jiu-Jitsu, abgewandeltes und weiter entwickeltes Kampfsystem.

In der Sportvereinigung Polizei Hamburg werden sowohl das das Brazilian Jiu Jitsu als auch das verwandte Luta Livre gelehrt.

Im Unterschied zum herkömmlichen Jiu-Jitsu beschäftigt sich das Brazilian Jiu-Jitsu ausschließlich mit dem Kontakt-und Griffkampf und das hauptsächlich im Bodenbereich. Ziel eines Kämpfers dieses Systems ist das Finalisieren des Gegners durch Hebel oder Würger. Durch seine wachsende Bedeutung in den modernen MMA (Mixed Martial Arts) genießt das BJJ den Ruf einer wirksamen Kampfkunst und kann mittlerweile rund um den Globus trainiert werden.

Im BJJ werden in erster Linie Techniken genutzt, die mit minimaler Kraft effektiv eingesetzt werden können. Hebelkraft und durchdachte Strategie gehen vor Muskelkraft. Dadurch ermöglicht BJJ auch körperlich schwächeren Personen, sich erfolgreich gegen größere und kräftigere Gegner zur Wehr zu setzen.

Neben seiner Eigenschaft als effektives Selbstverteidigungssystem ist BJJ aber auch ein faszinierender Wettkampfsport und eine hervorragende Möglichkeit, den eigenen Fitnesslevel auf ein ganz neues Niveau zu bringen. Hierzu werden im BJJ Elemente aus dem ebenfalls aus Brasilien stammenden Ginastica Natural eingesetzt. Ginastica Natural ist ein Programm zur Steigerung der Körperkraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Agilität welche hauptsächlich mit Hilfe des eigenen Körpergewichtes erreicht werden. Das Ergebnis ist ein unglaublich gutes Körpergefühl und ein sehr hoher Fitnessgrad.

BJJ-Training im Budocentrum Hamburg

Das BJJ-Training in der SVP wird geleitet von Janina Bethge und Jacob Sannert. Spartenleiter Brazilian Jiu-Jitsu ist Arne Beier. Es soll sowohl dem Breitensportler als auch dem Leistungssportler einen differenzierteren Einblick in die Welt des Bodenkampfes ermöglichen.

Eine Trainingseinheit im BJJ beginnt mit einer Aufwärmphase, in der Grundlagen der Bewegungsschule verinnerlicht und Attribute wie Körperspannung, Kräftigung der Muskulatur, Beweglichkeit und Koordination gesteigert werden.Nach der Aufwärmphase werden Techniken wie z.B. Wurftechniken, Hebel und Würgegriffe sowie Strategien in verschiedenen Kampf- und Selbstverteidigungssituationen erlernt.

In der nächsten Phase des Trainings wird das Erlernte gegen den Widerstand eines Partners eingesetzt. Dieses geschieht durch freundschaftliche Trainingskämpfe. Anfänger werden behutsam und vorsichtig an diesen Teil des Trainings herangeführt, so dass niemand mit Angst oder einem schlechten Gefühl aus dem Training heraus geht. Spass, Lockerheit, Freude an der Bewegung und ein starkes Miteinander gehören zur brasilianischen Mentalität des Trainings und führen zu einer entspannten und ungezwungenen Trainingsatmosphäre.

Graduierung

Die Farben im Gürtelsystem des BJJ, angefangen vom Anfänger zum Meister, sind weiß, blau, lila, braun, schwarz. Darüber hinaus existiert oberhalb des Schwarzgurtes ein Rotgurt, der aber sportlich keine große Relevanz darstellt.
Im BJJ werden die Gürtel vom Lehrer (in der Regel ein Schwarzgurt) an seine Schüler „verliehen“. Eine „Beltpromotion“ (Gürtelverleihung) wird anhand des Erfolges gemessen, den die Schüler im Training oder auf Wettkämpfen erzielen. Es gibt auch Schulen, welche bis zu vier Streifen pro Gurt vergeben, um weitere Feinabstufungen des Könnens darzustellen.

Luta Livre

Luta Livre (port. Luta = Kampf / livre = frei) ist eine brasilianische Kampfsportart, ähnlich dem Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ), die Anfang des 20. Jahrhunderts in Rio de Janeiro entstanden ist. Luta Livre ist portugiesisch und bedeutet übersetzt „Freies Kämpfen“. Es steht aber auch als feststehender Begriff für Wrestling, aufgrund seiner Wurzeln im englischen Catch Wrestling.

Luta Livre zählt wie Judo, Ringen, Sambo und Brazilian Jiu-Jitsu zu den Grappling-Disziplinen und ist sowohl Wettkampfsport (Grappling und MMA) als auch ein sehr effektives Selbstverteidigungssystem mit hohem Fitness-Faktor.

Ähnlich dem klassischen Ringen versucht man den Gegner aus dem Stand zu Boden zu ringen (Takedowns), ihn dort zu kontrollieren und dann durch Arm-, Beinhebel und Würgetechniken zur Aufgabe zu bringen. Dabei wird ein starker Fokus auf Beinhebel (Leglocks) gelegt. Schläge und Tritte sind nicht erlaubt. Allerdings gibt es auch Varianten, wie das Luta Livre Vale Tudo, welches zusätzlich Schläge, Tritte, Ellbogen- und Kniestöße einsetzt und somit das komplette Arsenal des modernen MMA-Sports umfasst.

Während das Brazilian Jiu Jitsu traditionell im Gi betrieben wird, besteht die Bekleidung des Luta Livre aus einer Gi Hose mit Gürtel oder kurzen Fightshorts sowie einem T-Shirt oder Rushguard.

Graduierung

Ähnlich wie im BJJ werden im Luta Livre die Graduierungen verliehen und zwar vom Anfänger zum Meister in den Farben Weiß, Gelb, Orange, Blau, Lila, Braun und Schwarz.