Judo

Der sanfte Weg

In der Sportvereinigung Polizei Hamburg von 1920 e. V. (SVP) ist die Kampfkunst Judo nach Jiu-Jitsu die älteste Budo-Sportart. Im Oktober  1928 nahmen die ersten Judokas ihr Training in der damit neu gegründeten „Budoabteilung“ der SVP auf. Bis heute blicken die Judokas der SVP mit Stolz auf eine abwechslungsreiche Historie, die letztlich den Grundstein zum heutigen Budocentrum in Hamburg Alsterdorf legte.

Video: Sascha Pries / SVP

Judo (jap. 柔道 jūdō, wörtlich „sanfter/flexibler Weg“) ist eine aus Japan stammende Kampfsportart, gegründet von Jigorō Kanō (1860-1938). Die Judo Wurzeln stammen aus verschiedenen Jiu-Jitsu Stilen, den alten Kampfkünsten der Samurai. Kanō kreierte Judo allerdings ohne Tritte, Schläge und Waffentechniken, als einen Weg, seine geistigen und körperlichen Kräfte am effektivsten nutzen zu können. Judo dient sowohl dem körperlichen Training als auch der Persönlichkeitsentwicklung. Bei dieser Sportart sind die Prinzipien des bestmöglichen Einsatzes von Körper und Geist, sowie gegenseitiges Helfen zum beiderseitigen Wohlergehen so prägend, dass der Deutsche Judo-Bund zehn Judo-Werte besonders herausgestellt:

Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Ernsthaftigkeit, Respekt, Bescheidenheit, Wertschätzung, Mut, Selbstbeherrschung und Freundschaft.

Judo ist seit 1964 olympische Disziplin, wird in über 150 Ländern ausgeübt und ist damit die am weitesten verbreitete Kampfsportart der Welt. Das Judo-Kampfsportsystem basiert auf folgenden Technikgruppen:

  • Falltechniken (Ukemi-Waza)
  • Wurftechniken (Nage-Waza)
  • Festhaltetechniken (Osae-Komi-Waza)
  • Hebeltechniken (Kansetsu-Waza)
  • Würgetechniken (Shime-Waza)

Im Judo lernst du in einem gut abgestuften System Techniken ohne dich oder deine Partner zu verletzen. Es gilt das Prinzip vom Leichteren zum Schweren. Im Wesentlichen geht es darum deine Partner zu werfen, um den Kampf mit einem Haltegriff, einer Hebel- oder Würgetechnik zu beenden.

Graduierung

Den Ausbildungsstand des jeweiligen Partners erkennst du an der Farbe des Gürtels: Aufsteigend vom Beginnende zu Meistergraden in den Farben Weiß, Gelb, Orange, Grün, Blau, Braun, Schwarz, Rot-Weiß, Rot. Eine Gürtelprüfung bietet allen Altersgruppen Herausforderung und Motivation fürs Trainieren auch abseits des Wettkampfgeschehens. Der DAN (ab „schwarzer Gürtel“) ist dabei die Meisterstufe.

Judo als Wettkampfsport

Judo kannst du in Einzel- oder Mannschaftsdisziplinen als Wettkampfsport, bis ins hohe Alter, genauso ambitioniert betreiben wie in Kata-Meisterschaften, als Ganzkörpertraining oder zum Stressabbau. Dieser Sport trainiert in einer Trainingseinheit Beweglichkeit, Koordination, Gleichgewichtssinn, Ausdauer und Kraft des gesamten Körpers und stärkt das Selbstbewusstsein. Fast ganz von alleine erfolgt dabei auch Stressabbau und Entspannung. Eine besondere Übungsform ist die Kata. Hier steht die Demonstration von Prinzipien und Techniken in ihrer Vollendung nach einer vorher festgelegten Art und Weise im Vordergrund.

Auch Beginnende im fortgeschrittenen Lebensalter werden sanft an den Sport herangeführt, so dass selbst das Fallen keine wirkliche Hürde darstellt. Und wer das richtige Fallen im Sport gelernt hat, profitiert davon auch bei Unwägbarkeiten im alltäglichen Leben. Judo kann also fast alles – nur nicht alleine betrieben werden – du brauchst immer mindestens ein Gegenüber zum Üben. Judo ist damit ein traditioneller und zugleich ganz moderner Sport.

Judo Training im Budocentrum Hamburg

In der SVP wird das Judotraining in Kinder- und Erwachsenengruppen getrennt unterrichtet (siehe Trainingsplan). Gerne nutzen auch Judokas aus anderen Vereinen unsere Trainingsmöglichkeiten. Judo in Hamburg ist eben wie eine große Familie, in der man Bekanntschaften und Geselligkeit pflegt. Die Meistergrade sind ganz nach den Judo-Prinzipien immer gerne bereit, ihr Wissen und Können weiterzugeben, so dass Judo-Beginnende nicht selten während der Trainingseinheit in den Genuss eines „privaten“ Judotrainings kommen.

Zum Judotraining benötigst du einen Judoanzug (Judogi), der traditionell aus einer besonders reißfesten weißen Hose und Jacke besteht. Die Jacke wird mit einem farbigen Gürtel gebunden. In der mit speziellen Matten ausgelegten Judo-Trainingshalle (Dōjō) wird immer barfuß geübt. Zum Probetraining reicht lockerere Trainingskleidung ohne Reißverschlüsse und Knöpfe völlig aus.

Neugierig geworden? Sporttasche schon gepackt? Komm vorbei – wir freuen uns, dich demnächst bei uns auf der Matte zu sehen.

Weitere Infos: Hamburger Judo-Verband e. V.

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