Frauenselbstverteidigung

Selbstverteidigungskurse für Frauen in der Sportvereinigung Polizei Hamburg

Frauenselbstverteidigung im Budocentrum der Sportvereinigung Polizei Hamburg heißt, zu lernen bzw. sensibilisiert zu werden, wie sich Frau aktiv zur Wehr zu setzen kann. Ob Schreien, Zuschlagen, Kratzen, Beißen, Treten, die Zähne zeigen –  Sich zur Wehr setzen lohnt sich!

Frauenselbstverteidigung im Budocentrum Hamburg
Frauenselbstverteidigung im Budocentrum Hamburg

Die Fakten

Überraschenderweise sind 75 Prozent der Opfer von Gewaltdelikten Männer. Allerdings bei „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, sind die Opfer überwiegend Frauen. Sexualdelikte machen in der Statistik des Hamburger Landeskriminalamtes nicht mal ein Prozent aus, welche aber nicht die Dunkelziffer abbildet. Die meisten Übergriffe (speziell Sexualdelikte) passieren nicht in irgendwelchen dunklen Parks oder Tiefgaragen. Der größte Teil der Delikte sind so genannte Beziehungstaten. Über 70 Prozent der Opfer kennen den Täter bereits in irgendeiner Form. Dies können flüchtige oder auch so genannte gute Bekannte, aber auch Verwandte sein. Übergriffe finden eher im häuslichen Bereich, in der eigenen Wohnung oder in der eines Bekannten oder Verwandten statt. Öffentliche Verkehrsmittel sind generell sicherer als gewisse Medien oder politische Agitatoren glauben machen wollen.

Das Training

Die Frauen SV-Kurse bestehen jeweils aus sechs Terminen. Die Trainingseinheiten vermitteln den Teilnehmerinnen einen Eindruck von dem, wie sie sich effektiv zur Wehr setzen können. Nach polizeilichen Erhebungen haben in 84 % der Fälle die Täter von ihren Opfern abgelassen, wenn sich diese massiv gewehrt haben. Hingegen haben lediglich 25% der Täter vorzeitig von ihren Opfern abgelassen, wenn keine Gegenwehr erfolgte.

Das Training basiert auf auf unterschiedlichen Szenarien. Ju-Jutsu Trainer und Kursleiter Christian Marek (4. Dan Ju-Jutsu) nimmt kein Blatt vor den Mund und will auch keine falschen Illusionen wecken: „Ihr könnt keinen Mann k.o. schlagen“, erklärt der erfahrene Kampftrainer den Teilnehmerinnen. „Gegen eine Schusswaffe oder ein Messer habt ihr keine Chance“, so Marek. „Aber neun von zehn Frauen, die sich gewehrt haben, konnten den Täter in die Flucht schlagen.“ Es geht darum, Grenzen zu setzen. Die Umsetzung ist für viele Frauen schwierig. Die meisten Straftaten gegen Frauen beginnen freundlich. Und je dichter ein Mann kommt, desto gefährlicher wird es für die Frau.

Während der Trainingseinheiten wechseln Theorie mit Berichten aus der Praxis und Übungen ab. Die Trainerteams – mit gepolsterter Schutzkleidung ausgerüstet – greifen die Frauen – wie zuvor erklärt und geübt – mit unterschiedlichen Techniken an. Auch aus der Dunkelheit, wenn unvermittelt das Licht ausgeschaltet wird. Die Angreifer ziehen den Frauen an den Haaren, drücken sie an die Wand. Spätestens jetzt heißt es reagieren. Spontan und beherzt. Die Frauen lernen zu treten, zu schlagen – und vor allem lernen sie zu brüllen. „Lassen Sie mich in Ruhe! Hilfe! Verschwinden Sie!“, um den Gegner zu verunsichern, auf sich aufmerksam zu machen, um Hilfe von anderen zu bekommen. Die Übungen werden fordernder. Würgeangriffe; die kleinen Frauen werden hochgehoben. Was ist zu tun, erst recht unter Streß, etwa dem Angreifer auf die Ohren schlagen? Die Teilnehmerinnen lernen sich zu überwinden, aber auch, dass Flucht immer die sicherste Strategie ist.

Kursdaten / Kosten

Die Selbstverteidigungskurse für Frauen im Budocentrum Hamburg finden 6 x mittwochs von 20:30 – 22:00 Uhr statt. Die Kurse richten sich in erster Linie nicht an Vereinsmitglieder und sind ab 16 Jahren geeignet. Die Teilnehmerzahl pro Kurs beträgt maximal 20 Teilnehmerinnen und kostet 75,00 € pro Person. Um rechtzeitige Anmeldung wird gebeten. Interessentinnen können sich per Email oder telefonisch bei der Geschäftsstelle des Budocentrums anmelden oder vormerken lassen.

Kursdaten 2019

Kurs 1: 09.01. – 13.02.2019 (AUSGEBUCHT)
Kurs 2: 20.03. – 24.04.2019 (AUSGEBUCHT)
Kurs 3: 08.05. – 12.06.2019
Kurs 4: 14.08. – 18.09.2019
Kurs 5: 30.10. – 04.12.2019

Kontakt und weitere Informationen

Budocentrum der Sportvereinigung Polizei Hamburg von 1920 e. V.
Carl-Cohn-Straße 41
22297 Hamburg
Tel.: 040 / 511 33 81
Fax: 040 / 51 64 31
Email: office@budocentrum.de