| Ju-Jutsu Allkampf in Bedburg |
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| Geschrieben von Christian Viola | |
| Mittwoch, 21. Oktober 2009 | |
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Ju-Jutsu Allkampf in Bedburg / Nordrhein-Westfahlen Am Freitag, den 15.05.2009, startete eine Gruppe von 7 Kämpfern der SVP-Hamburg zum Turnier. Wir übernachteten in der Jugendherberge Köln-Deutz, direkt ggü. vom Kölner Dom, den wir uns abends noch angesehen haben, und fuhren am nächsten Morgen die restliche Strecke nach Bedburg. Die Atmosphäre in Bedburg war durch das Auftreten der Veranstalter und Athleten auffällig entspannt. Das Wiegen verlief aus unserer Sicht ohne weitere Überraschungen, so dass wir uns langsam nicht nur mental, sondern auch physisch auf die bevorstehenden Kämpfe einstellten. Auf Grund der Bemühungen von Rolf Brauße (Cheftrainer Ju-Jutsu Kampf) der letzten Jahre, war es für alle Athleten der SVP unproblematisch sich gegenseitig beim Aufwärmen zu unterstützen und vor allem während der Kämpfe zu coachen. Rolf hatte zwei Veranstaltungen seiner Kämpfer an einem Wochenende und entschied sich, aus unserer Sicht „natürlich", die Athleten zu betreuen, die sich für die Norddeutsche Meisterschaft im Ju-Jutsu Fighting qualifiziert hatten und in Niendorf / Niedersachsen ihr Können unter Beweis stellten. Hier galt es, sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren. Unsere Kämpfer in Bedburg: Janina Bethge, Kay Landeck, Olaf Hommel, Pierre Britz, Alex Vogt, Remi Grouzka und Christian Viola. Unsere anwesenden Unterstützer waren die Eltern von Pierre, Frau und Herr Britz, die wie so oft Pierre`s Kämpfe, aber auch die der anderen Teammitglieder, komplett mitlebten und sich lautstark an den Anfeuerungen beteiligten. Zudem filmte Herr Britz parallel noch die meisten Kämpfe aller Athleten. Dies ist bekanntlich extrem schwierig, wenn der Kameramann auch emotional berührt ist und im Grunde mitkämpft. Die Aufnahmen führen im Nachhinein oft zu ausdauerndem und gemeinsamen Lachen, da die Kamera in den spannenden Szenen, gerne weggeschwenkt wird, weil der Kameramann die Kamera vergessen und stattdessen mitgekämpft hat. Technische Probleme, wie welcher Knopf steht für Aufnahme und welcher für Stopp oder Ähnliches, bleiben in solchen Stresssituationen natürlich auch nicht aus. Aber gerade dies spricht für die Verbundenheit der Familie Britz zu unseren Allkämpfern der SVP-Hamburg und zeichnet sie aus. Wir sind immer froh, wenn sie bei uns sind, denn die Unterstützung ist spürbar und stärkt unser Team. Die Veranstalter hatten organisatorische Probleme, so dass die Kämpfe verspätet starteten und in einer für unsere Veranstaltungen eher unüblichen Reihenfolge. Hatte ein Kämpfer evtl. gerade die Veranstalter darauf hingewiesen, dass von uns Kämpfer für den nächsten Kampf aufgerufen wurden, die gar nicht angereist waren und von uns zeitgerecht abgemeldet wurden, passierte es, dass er im nächsten Moment selber kämpfen musste. Das war ernsthaft nur suboptimal. Unsere Kämpfer erreichten beinahe ausnahmslos in allen Gewichtsklassen die Finale. Kay und Olaf schafften es sogar beide in der selben Gewichtsklasse ins Finale und starteten gegeneinander. Beide hatten zuvor gezeigt, was die SVP-Hamburg auszeichnet. Ein exzellentes Auge und gutes technisches Handwerkszeug in allen drei Bereichen (Stand, Kontakt und Bodenkampf), um Kämpfe für sich zu entscheiden. Im Finale schenkten sie sich nicht viel, wie es andere Vereine oft handhaben, wenn zwei ihrer Athleten gegeneinander antreten müssen, sondern gingen über die komplette Kampfzeit. Auch dieses Mal konnte Olaf den Kampf in letzter Minute für sich entscheiden und Kay war stinksauer auf sich selbst. Hier wird es in Zukunft noch spannende Kämpfe zu sehen geben. Janina, Alex und Remi kämpften, wie immer sehr zufriedenstellend und glänzten durch besondere Techniken, die Ausführung von Techniken, Härte dem Gegner gegenüber oder der offensichtlichen Kampferfahrung. Alex glänzte mit allen Aspekten. Janina vor allem mit ihrer Härte den Gegnerinnen gegenüber - sie kämpft wirklich (nicht wie viele Frauen, hohe Frequenz, aber kaum Wirkungstreffer). Remi zeigte nach langer Pause, dass er zu den erfahrensten Kämpfern gehört. Christian wollte nach acht Monaten Verletzungspause wieder aktiv am Kampfgeschehen teilnehmen, schied aber im ersten Kampf erneut verletzungsbedingt für das gesamte Turnier aus. Ein Kämpfer fiel am Ende des Turniers mit einem besonderem Lächeln auf. Pierre hatte in der Vorrunde eine Niederlage hinnehmen müssen und konnte sich über die Trostrunde doch noch für das Finale qualifizieren. Der Finalgegner war jener, der ihn in der Vorrunde besiegt hatte. Zudem hatte Pierre bei den letzten Turnieren fast immer im Finale gestanden und dort durch Fehler im Bodenkampf verloren. Seine Enttäuschung wuchs augenscheinlich mit jeder Niederlage. Jetzt hatte er einen Gegner, der ihn bereits an diesem Tag besiegt hatte und die Erfahrung im Hinterkopf, die letzten entscheidenden Kämpfe verloren zu haben. Der Druck in so einem seltenen Moment kann noch gesteigert werden, wenn du in einer erfolgreichen Wettkampfgruppe bist und das Gefühl hast, du bist der Einzige, der bisher noch kein Turnier gewonnen hat. Viele Athleten wird dieser Druck zu stark und sie zeigen nicht das, was sie können, sondern geben auf. Pierre ist aus anderem Holz geschnitzt und gewann das Finale. Aber nicht nur nach Punkten, sondern durch Aufgabe des Gegners. Pierre hatte sich wieder auf den Bodenkampf eingelassen, dort wo er die entscheidenden Kämpfe bisher immer verloren hatte, und hebelte seinen Gegner ganz wunderbar ab. Es war ein Genuss zu sehen, wie der Druck von ihm wich und wie glücklich er über seinen ersten Turniersieg war. Zuerst rannte zu seinen Eltern, um diese zu umarmen. Schön, dass sie anwesend waren. Aus einiger Distanz (oben auf der Tribüne) konnte ich alles beobachten. Für mich war dies der schönste Moment des Turniers.
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